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April – Herdis Maria Siegert.

Herdis Maria Siegert, Jahrgang 1955, ist eine der bekanntesten Fotografinnen Norwegens und wird wegen ihres Stils, der auf brillante Weise Tradition und Kreativität verknüpft, sehr geschätzt. Für ihre ausdrucksstarken Schwarz-Weiß-Fotos erntet sie viel Anerkennung. Seit ihrem fotografischen Solo-Début in der „Fotogalleriet“ in Oslo (1983) veröffentlicht Herdis Maria Siegert ihre Arbeiten in Ausstellungen, Büchern und Magazinen. Im Jahr 2003 wurde sie mit der höchsten norwegischen Auszeichnung im Bereich der Fotografie geehrt, dem Fotografiprisen 2003.

„Manche nennen meine Bilder ‚Objekte der Meditation‘. Dafür bin ich dankbar, denn es gibt mir das Gefühl, etwas Wichtiges mitteilen zu können,“ freut sich die Fotografin Herdis Maria Siegert.
 
Herdis, die österreichische Staatsbürgerin ist, obwohl sie in Norwegen geboren wurde und aufwuchs, lebt kurz vor dem „Ende der Welt“ auf der kleinen Insel Tjöme unweit des Sandöfjords in Süd-Norwegen. Sie war Fotografin vom ersten Tag ihres Berufslebens an. Heute ist sie eine erfahrene Porträt- und begeisterte Naturfotografin, zu deren wiederkehrenden Motiven das Meer und der Himmel gehören. Als Naturfotografin hat sie Skandinavien, Portugal und Griechenland bereist und Aufnahmen für Bücher, Magazine, Ausstellungen und öffentliche Installationen gemacht.
Auch sensible Themen wie Geburt, Krankheit und Tod hat sie dokumentiert und privat wie auch in öffentlichen Einrichtungen ausgestellt. An ihrer Wand hängt ein Bild, das ihren Vater friedlich im Bett zeigt. Viele meinen, er schlafe. Tatsächlich zeigt ihn das Foto kurz nach seinem Tod.


Herdis studierte Fotografie an der Sogn Berufsschule in Oslo. Anschließend arbeitete sie zehn Jahre als Pressefotografin. Anfang der 1980er Jahre gab sie ihre feste Anstellung auf, um sich als freischaffende Künstlerin selbstständig zu machen. Neben ihren eigenen Projekten fotografiert sie Titelbilder für CDs und Bücher. So machte sie die Fotos für die CD „Norwegian Mood“ der norwegischen Künstlerin Kari Bremnes und für das Buch „First Time Mom“ von Gro Nylander. 

Herdis präsentiert ihre Aufnahmen in vielen Einzelausstellungen in Norwegen, so in der Fotogalleriet in Oslo. Auch auf Gruppenausstellungen in Skandinavien, den USA, Japan, Island, Deutschland und Indien war sie zu sehen. Im norwegischen Wettbewerb „Visuelt 2001“ gewann sie den ersten Preis für den besten Buchdeckel, und 2003 erhielt sie den renommierten norwegischen Fotopreis Fotografiprisen.

Herdis Lieblingsthema sind alle Lebewesen, Menschen, Pflanzen und die Natur als solche. Im Februar reiste sie zum 17. Mal auf die Lofoten, um zu fotografieren und zu unterrichten. Dazu Herdis: „Ich werde niemals müde, die Landschaft dieser Inselgruppe nördlich des Polarkreises zu bewundern. Außerdem leite ich dort im Mai einen Workshop mit dem Kernthema „Die Kunst des Sehens: Menschen und Landschaft“.

 


Vor einigen Jahren besuchte sie Venedig. Sechs Tage lang fotografierte sie von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Die Bilder, die dabei entstanden, haben nichts mit den üblichen Postkartenfotos gemein. Sie zeigen Gondeln, Gondolieri und Wasser, doch es sind schlichte, klare Aufnahmen mit wenigen Elementen, etwa den strengen Linien einer Gondel auf regloser Wasseroberfläche, alles innerhalb des quadratischen Rahmens angeordnet. Die Venedig-Bilder und die Aufnahmen von den Lofoten bilden zusammen eine Serie mit dem Titel „By the Sea“, die 1997 im norwegischen Preus Fotomuseum in Horten, Norwegen, zu sehen war.


Zurzeit stellt sie die Bilder für ihr jüngstes Projekt „Hommage“ zusammen, mit dem sie dem Leben und der Natur huldigt. Es enthält alles, von großformatigen Landschaftsbildern bis zu kleinen Nahaufnahmen von Pflanzen, und alle schwarz-weiß. „Hommage“ ist der Titel eines Buches und einer Ausstellung.
 
Auf Tjömö findet man eine üppige Fauna und hohe Felsen, die senkrecht in die Nordsee stürzen. Herdis Haus liegt direkt am Meer und ist zu Hause und Arbeitsplatz zugleich. Sie genießt das Leben dort und hat nicht vor, wegzuziehen. Jeden Tag geht sie zum Wasser hinunter, begrüßt das Meer und denkt über Erlebtes nach. Sie ist glücklich, ihre Berufung gefunden zu haben. „Jeder wird mit einem Geschenk geboren, das zu entdecken und zu entwickeln seine Pflicht ist. In kleinen Knospen steckt das Talent. Der Rest ist Arbeit, Arbeit und noch mal Arbeit. Nichts bereitet mir mehr Freude“, schließt Herdis.

Kerstin Fiedler