Da seine Mutter Schneiderin war, wuchs Marco Grob umgeben von Magazinen wie Vogue und Harpers Bazaar auf, wodurch sein Interesse an der Fotografie früh geweckt wurde. Obwohl er sich zunächst mehr für die Filmerei interessierte, entschied er sich in Ermangelung einer Filmindustrie in der Schweiz und mit der Aussicht auf eine ereignisreiche Karriere als Fotograf von Prominenten für die Fotografie. 
Er selbst sagt: "Meine Eltern, typisch Schweizer, meinten, dass ich zur Sicherheit einen ordentlichen Beruf lernen sollte, falls es mit der Fotografie nicht funktioniert. Also studierte ich Maschinenbau. Aber sobald ich meinen Abschluss hatte - am 25. April 1985 um 17:30 Uhr - war ich weg, um meine Laufbahn als Fotograf zu starten!
In meinem Job musste ich bei Null anfangen", sagt er, "aber das war gut so, da ich alles über die Fotografie wissen und alles dafür tun wollte. In den Tausenden von Stunden, die ich im Studio verbrachte und die Techniken perfektionierte, bin ich wohl ein ziemlich guter Schwarz/Weiß-Drucker geworden. Wenn ich heute darauf zurück blicke, denke ich, dass ich diese Zeit sicher besser hätte nutzen können. Ich bin schließlich Fotograf und kein Drucker. Eine Vorstellung von einem Bild zu entwicklen und diese dann umzusetzen - das ist mein Job."
Marco, zu dessen wichtigsten Kunden heute Levi's, Adidas, Louis Vuitton und Zenith Watches zählen, bezieht seine Inspiration von Fotografen wie Richard Avedon, Irvin Penn and Nigel Parry. Als Schlüssel für seinen Erfolg betrachtet er seine Motivation, stets das bestmögliche Bild zu schaffen. Ständig strebt er danach, mit seinen Bildern ‚eine Art Magie' zu erzeugen, eine Einstellung, aus der zwar erstklassige Bilder entstehen, die ihn aber nach seiner eigenen Einschätzung ‚unter großen Druck' setzt und dazu führt, dass er mit seiner Arbeit ‚nie zufrieden' ist. Seine bisher interessantesten Aufträge hatte er für die Kunden Levi's und Zenith. Derzeit arbeitet er an einer Kampagne für Levi's in Japan, China, Südafrika, Venedig und London. Obwohl er die Planung seiner Aufträge seinen Agenten überlässt (wenn er die Planung übernehmen würde, meint er, würde dies in einer ‚Katastrophe' enden!), behält er doch die vollständige Kontrolle über sein Kamerasystem - eine Hasselblad H2 mit einem Hasselblad Digitalrückteil. | |
Marco setzte so früh er konnte auf Hasselblad-Kamerasysteme, und obwohl er seit zehn Jahren keine 35-mm-Kamera angerührt hat, hat er nie aufgehört, mit Kameras von Hasselblad zu arbeiten, weil sie ihn dank ihrer Zuverlässigkeit, ihrer hervorragenden optischen Eigenschaften und ihrer Geschwindigkeit niemals im Stich gelassen haben. Wie er es in knappen Worten sagt: sie sind ‚die besten'. "Ich weiß, es klingt wie billige Werbung", so sein Kommentar, "aber - gut für Hasselblad - ich meine es wirklich so!" Wenn man wie Marco aus einem ‚ausgeprägten' Schwarz/Weiß-Hintergrund stammt und erst in letzter Zeit mit einem Imacon Scanner und Negativfilm arbeitet, dauert es sehr lange, bis man von den Vorzügen der Digital-Fotografie überzeugt ist. Aber heute ‚liebt er die Qualität, die damit entsteht'. Wie viele andere, die sich umgestellt haben, schaut er nicht zurück:"Eines Tages traf ich mich in New York zum Essen mit Raymond Meyer, einem der erfolgreichsten Fotografen unserer Zeit. Ein bekannter Perfektionist und Qualitätsfanatiker. Er erzählte mir, dass er seit einigen Jahren nur noch digital arbeitet - und da wachte ich auf! Ich bestellte und testete noch in derselben Woche meine Hasselblad H2 mit Digitalrückteil und habe seitdem nie wieder etwas analog gemacht!"
Obwohl er seine Berufswahl keineswegs bedauert - "Ich liebe meinen Job und denke, dass ich unglaublich glücklich bin, das tun zu können, was ich tue" - so wünscht er sich doch, sein Themengebiet früher gewechselt zu haben: "Ich habe eigentlich erst in den letzten vier Jahren das gemacht, was ich am meisten mag: Menschen fotografieren. Davor konzentrierte ich mich auf Stillleben und Autos. Manchmal bedauere ich, dass es so lange gedauert hat, umzusteigen." Auf die Frage, welchen Rat er einem jungen Fotografen für den Anfang geben würde, erklärt er eindringlich: "Kämpfe für deine Sache! Gib alles und hoffe, dass es ausreicht!" Aber obgleich er ernsthaft seine Pläne verfolgt und sich intensiv damit beschäftigt, was er erreichen möchte, mit welchem Agenten und welchen Kunden er zusammenarbeiten möchte, vergisst er nie einen anderen entscheidenden Aspekt - wann ein Urlaub fällig ist! Weitere Beispiele zur Arbeit von Marco finden Sie unter www.marcogrob.com |