Die Kunst hat im Leben von Raya schon immer eine wichtige Rolle gespielt. In ihrer Jugend malte und zeichnete sie gern. Bevor sie überhaupt daran dachte, Profi-Fotografin zu werden, sammelte sie Harcourt-Postkarten. Obwohl sie heute sagt, dass sie gern Architektin geworden wäre - oft zeichnete sie Pläne von ihrem zukünftigen Loft - investierte sie ihre ersten Gehälter in eine Kamera (da ihr Geld für eine Videokamera nicht reichte!). Als sie erkannte, dass sie ihr Leben nicht ausschließlich mit künstlerisch wertvollen Aufnahmen bestreiten konnte, erweiterte sie ihr Themengebiet auf die Mode. "1998", sagt sie, "ließ ich die kleinen Jobs sein, um mich ganz der Fotografie zu widmen."

Seither wurde Raya in ihrem Beruf immer erfolgreicher, obwohl sie nie eine klassische Ausbildung als Fotografin absolviert hatte. "Ich begann mit der Fotografie, ohne überhaupt zu wissen, was die ‚Blende' ist", sagt sie selbst, "aber mit der Zeit lernte ich, wie das Licht kontrolliert wird, wie der "Modeblick" aussieht, wie man ein ganzes Team leitet und insbesondere, wie ich ein Team finden kann, das zu mir passt." Und für Raya ist die Arbeit mit einem guten Team ein Schlüsselfaktor für ihren Erfolg: "Für ein gutes Bild müssen Kleidung, Hintergrund, Frisur, Make-up und Licht zusammenwirken, kurz gesagt, es ist Teamarbeit."
Raya findet auch, dass es wichtig ist, für jedes Bild einem Thema zu folgen. "Ich denke, dass die Menschen die Ideen und Geschichten in meinen Bildern mögen. Ich genieße es richtig, die Models schön zu machen. Ich arbeite auch gern mit Tieren. Sie sorgen für eine Menge Spaß, es sei denn, sie müssen einmal still halten!"
Raya ist der Meinung, dass einige ihrer besten Bilder Aufnahmen mit Tieren sind. "Besonders glücklich bin ich mit meiner Fotoserie mit einem Huhn, das wir Brigitte genannt haben. Mit ihm hatten wir jede Menge Spaß. Brigitte reagierte großartig auf meine Visagistin Kim, der es sogar gestattete, es mit edelsteinbesetztem Nagellack zu verschönern - eine echte ‚Luxushenne'! Mit diesem Bild gewann ich den Preis in der Kategorie Modeaufnahmen in Cannes 2005." 
Zu den Kunden von Raya gehören bereits viele erstklassige Modemagazine, wie zum Beispiel Harper's Bazaar und Icon, sowie Marken aus den Bereichen Kosmetik und Bekleidung wie Lolita Lempicka, Daniel Hechter und Vuarnet. Trotz ihrer eindrucksvollen Kundenliste ist sie der Meinung, "noch 100 Mal besser sein" zu können und sagt: "Es ist großartig, wenn die Menschen meine Bilder mögen, aber für mich ist das noch nicht genug. Ich möchte an die Spitze, denn dann habe ich leichter Zugang zu den Magazinen, deren Budget groß genug ist, um wirklich das zu tun, was ich mit Topmodels und Haute Couture vorhabe.
| | Insbesondere Vogue Italia sollte aufhorchen, da es eines der Ziele von Raya ist, mit diesem Magazin zusammen zu arbeiten: "Ich habe den Eindruck, dass die Fotografen (mit denen Vogue Italia arbeitet) mehr künstlerisch orientiert sind und dass sie wirklich viel Spaß haben. Ich habe auch vor, mehr im Bereich Werbung mit angesehenen Marken zu machen, da ich diesen Bereich sehr interessant finde."
Kürzlich ist Raya jedoch erst einmal nach New York gezogen, wo sie, neben ihren Terminen bei allen Werbeagenturen, um sich bekannt zu machen, eine Ausstellung in einer großen Galerie am Times Square durchführte, deren Erlöse an UNICEF gingen. "Es ist wichtig, sein Talent auch für gute Zwecke einzusetzen", sagt sie.

Raya verehrt die Mode-Fotografen Vincent Peters, Dominique Isserman und Ellen von Unwerth. Sie sieht jede Aufnahme als Abenteuer an und widmet jedem Bild 100 % ihrer Aufmerksamkeit, so viel, dass sie selbst meint: "...wenn ich nach Hause komme, muss ich mindestens zwei Tage lang schlafen." Ihr Entschluss, die bestmögliche Arbeit abzuliefern, erstreckt sich auch auf die Qualität ihrer Ausrüstung. "Für mich ist Hasselblad der Marktführer bei professioneller Kameraausrüstung. Ich war beeindruckt, als ich einmal in einem Film über Hasselblad die Kameras von Hasselblad auf dem Mond sah. Es ist auch eine Marke, die weiß, wie sie ein modernes Image bei ihren Fotografen pflegen muss. Außerdem gibt es derzeit keine Technologie, die weiter ist. Die ganz alten Mittelformatkameras mochte ich nicht, und ich wünschte mir eine wirklich moderne Ausrüstung, die so einfach wie eine 35-mm-Kamera eingesetzt werden kann, aber trotzdem die Qualität des Mittelformats bietet. Hasselblad war dafür der erste Anbieter und ich bin begeistert von der Einfachheit und Flexibilität (seiner digitalen Kamerasysteme)."
Und sie fährt fort: "Ich liebe meine Hasselblad H2D - sie kann so einfach eingesetzt werden wie eine ‚24x36'. Außerdem ist dies mein erstes digitales System und es ist wirklich ein Vergnügen, wenn man nicht mehr auf Polaroids warten muss, nur um die Beleuchtung richtig einstellen zu können. Ich habe keine Geduld, sondern mag schnelle Arbeit - ich möchte das Ergebnis sofort sehen. Ich kann die Beleuchtung sehr schnell anpassen und mich in Ruhe mit dem Model beschäftigen, bis ich zufrieden bin und der Kunde auch. Und die abschließende Nachbearbeitung kann ich noch am selben Abend vornehmen. Der Kunde kann sich alles schon im Voraus auf CD ansehen und mir seine Wahl per E-Mail zukommen lassen. Falls der Kunde bei den Aufnahmen nicht dabei ist, kann ich ihm die Bilder zuschicken. Nie wieder diese Zeitverschwendung, weil man ständig ins Labor musste; nie mehr dieser Stress, weil man die ganze Nacht auf die Ergebnisse warten musste und trotzdem seinen Zeitplan gegenüber dem Kunden nicht einhalten konnte. Kurz gesagt: all dies ist Vergangenheit. Das einzige Problem ist heute, dass ich, seit ich einmal mit der Digitalkamera von Hasselblad gearbeitet habe, nie wieder mit Film arbeiten möchte."

Da Raya einen ‚großartigen' Ehemann und guten Babysitter hat, kann sie ihren Beruf als Fotografin gut mit ihrer Familie in Einklang bringen - sie hat zwei Töchter im Alter von sieben und neun Jahren. Für sie ist die Fotografie ein wichtiger Teil ihres Lebens. Jungen Leuten, die daran denken, Profi-Fotograf zu werden, gibt sie den folgenden Rat: "Glaube an dich, gib niemals auf und habe Selbstvertrauen. Stecke dir hohe Ziele und versuche stets, es besser zu machen. Unter 30 geschlossenen Türen gibt es ganz sicher eine, die sich öffnen wird."
Raya träumt von "(Aufnahmen für) weitere fantastische Marken, mehr Werbeaufträgen, weiteren Buchausstellungen, einem erstklassiges Fotostudio, einem wundervolles Loft, einen großartigen gelben Hummer-Jeep", und meint dann: "Okay, Schluss mit den Fantasien. Ich werde mich mit Vogue Italia zufrieden geben und stolz sein auf meine Arbeit und mein Leben!" |